ANNA - erstes Kapitel

In einem vor langer Zeit erloschenen Sommer arbeitete ich fern meiner Heimatstadt Wien in der Stadt I. Bei weitem besaß diese Stadt nicht die Größe und Dichte Wiens und es war auch kein flammendes Lichtermeer, in das sie des nächtens hinabtauchte, sondern einer jener unzähligen, kleinen Seen, die still in der Landschaft liegen und mit einem Blick zu erfassen sind. Das Schicksal war es, daß mich in diese kleine Stadt für diese Sommer verschlagen hatte und waren meine Vorbereitungen in Wien für diesen Aufenthalt noch von tiefer Wehmut und auch ein wenig Bitterkeit begleitet, so wurde ich schon vom ersten Tage an von dem ländlichen Hauch, der über der Stadt lag, verzaubert und erstaunt meinte ich, niemals vorher Häuser und Straßen friedlicher gesehen und erlebt zu haben. Erst hier in dieser Ruhe wurde ich der Hektik und Schnellebigkeit gewahr, welcher ich entkommen war und lächelnd entsinne ich mich des ersten Abends, an dem ich alleine auf der Terrasse meines kleinen Wohnhauses vor einer Tasse Tee saß und ehrfurchtsvoll die Gebirgskette betrachtete, die sich einen endlosen Horizont entlangzog. Die Menschen in dieser Stadt schienen eine Ruhe in sich zu tragen, die mir unbekannt war und jeder ihrer Schritte wirkte wohlüberlegt und bedacht. Ich lernte in dieser Stadt, dem Gesang der Vögel andächtig zu lauschen und mich an erblühenden Blumen zu erfreuen, wog jedes freundliche Wort mit glücklichem Maß und war alsbald von einer Zufriedenheit und Lebenswonne erfüllt, die auch meine Schritte besonnener und meine Gedanken klarer werden ließ. Und hatte mich die Düsterkeit meiner Heimatstadt an manch einsamen Abenden in eine Schwermut gestoßen, in der ich trüben Sinnens bedrückt nach Hause wankte, so genoß ich die süße Abendmelancholie jener kleinen Stadt und bettete mich warm in sie. Denn rein und unberührt erschien sie mir und nichts Böses trug sie in sich. In meinen Knabenjahren nahmen mich meine Eltern oft an Sonntagen zu ausgedehnten Spaziergängen in solch kleine Städte mit. Und war es mir damals grauenhafte Langeweile und Leblosigkeit, die in ihnen herrschte, so verstand ich erst im Angesicht jener Sommertage die zufriedenen und entspannten Gesichtszüge meiner Eltern an diesen Tagen.

Es war ein prachtvoller Sommer, der am Himmel hing, als ich diese Stadt betrat. Herrlich warm flutete die Sonne durch die kleinen Gassen und Straßen, still lächelten Bäume von dunkelgrünen Wiesen und wenn man um die geheimnisvolle Traurigkeit dieser schweigenden Giganten zu allen anderen Zeiten weiß, dann mochte einem bei ihrem Anblick fast das Herz vor Freude zerspringen. Die Menschen begegneten einander mit einem Lachen, Männer klopften sich freudig auf Schultern und plauderten gemütlich über dies und jenes, Frauen schoben gemächlich Kinderwägen vor sich her, Kinder ergaben sich aufgeregt ihrem Spiel und durchlärmten die Stadt mit ihrem hellen, reinen Freudesgesang. Jeder Mensch, jeder Vogel und jeder Baum schien vor Frohsinn zu bersten und erfaßt von dieser Kraft glaubte ich, in einen Jungbrunnen getaumelt zu sein und nie wieder wollte ich fort von diesem Ort. Denn als der sonnigste und herzlichste erschien er mir und frische Lebensfreude strich sanft über meine matt dahindämmernde Seele.

Das Schicksal trug das Gesicht meines alten Geschäftsführers, der mich mit überschwenglichen Worten einem Freund als rettenden Engel empfahl und alsbald auch zu ihm sandte. Seit beinahe zwanzig Jahren schon war ich in einem Verlag in Wien als Buchhalter tätig und durch mein Wissen vermochte ich es, diese scheinbar starre, festgefahrene Materie dennoch elastisch zu gestalten. Man mag mir jetzt als Buchhalter andichten, daß mein Leben im allgemeinen einem festen Fahrplan folgte. Nun, auf viele meiner Kollegen mag dies im Privaten zutreffen, doch zähle ich zu jenen, die freudig und unbesorgt durch das Leben gleiten und das Überraschende nicht als Bedrohung empfinden, heute nicht und auch in jenen Tagen kaum. Denn die Verantwortung meiner Arbeit damals glich nicht jener meines Lebens, sondern war nur Teil davon. Je nach Verfassung war sie mehr und war sie weniger. Schlußendlich bin ich doch Mensch, Buchhaltung hin, Buchhaltung her. Um die Vierzig Jahre war ich alt, als ich nach I. kam. Ich bewohnte zu dieser Zeit in Wien eine kleine Wohnung, die ich nach meinen Wünschen eingerichtet hatte und für mich eine Insel der Gemütlichkeit und Ruhe war, der Platz, an dem ich mich fallen lassen und erholen konnte. Ich hatte weder Frau noch Freundin, wodurch mir so manch dunkler Sturm erspart blieb und war froh darüber. An den Sonntagen besuchte ich meine Mutter, lauschte aufmerksam ihren Erzählungen über längst dahingeglittene Jahre und gegangene Onkel und Tanten, Großväter und Großmütter, und oft überkam mich in diesen Momenten ein Anflug von Traurigkeit, denn mein Leben lang wünschte ich still in mir einen Bruder oder eine Schwester an meiner Seite. Und so seltsam dies auch klingen mag, verhält es sich doch so, daß dies mit zunehmendem Alter immer stärker wird und die Aussichtslosigkeit meines Wunsches mich nicht selten trifft und in eine Zerschlagenheit stößt, der ich mich nicht erwehren kann. An vielen einsamen Abenden male ich das Bild meiner Schwester und meines Bruders, wie wir zu dritt durch einen verschneiten Wald spazieren, unsere Kinder an der Seite, die mit von der Kälte rotglühenden Wangen glückstrahlend zu uns aufblicken und mit ihren zarten Fingern unsere Hände umklammern, auf daß uns Familie nichts mehr trenne. Unzählige Male schlafe ich vor diesem Bild ein und stets umspielt ein zufriedenes Lächeln meine Lippen. Und doch werde ich tief in der Nacht von einer Kälte umfaßt, die mich erschreckt hochfahren und all die satten Farben dieses Bildes zerfließen läßt. Dies ist meine tiefste Sehnsucht, unter der ich leide und die stets einen dunklen Schatten über mein frohes Wesen legt. Meine alltäglichen Freuden zu jener Zeit bestanden darin, mit Freunden in der entspannten Atmosphäre eines Kaffeehauses zu plaudern, in einem guten Buch zu versinken oder meiner unbändigen Sammelleidenschaft zu frönen. Mit zwanzig Jahren hatte ich begonnen, Kerzen zu sammeln. Worin der Ursprung dieser Freude lag, vermag ich nicht mehr zu bestimmen. Wie vieles im Leben wurde es mir eines Tages zur Passion und verwunderte mich selbst, da ich kein sonderliches Interesse für Kerzen hegte, wohl aber am Sammeln. Und da jeder Mensch irgend etwas sammelt, so erschien es mir nicht abartig, sondern fügte ich mich diesem Zwang, der wohl schon ungeboren in mir herrschte. Es war auch jenes Alter, in dem ich in jenem Verlag meine Stelle als Buchhalter antrat. Fleiß und Geduld trugen mich flink von Sprosse zu Sprosse und innerhalb kurzer Zeit wurde mir die Verantwortung für diese Abteilung übertragen. So lebte ich dahin, mal gut, mal schlecht, litt und freute mich, lachte und weinte, ja, lebte einfach dahin und vergaß doch nie zu fragen. Mit den Jahren kam die Ruhe, mit den Antworten die Sicherheit, mit der Sicherheit die Bequemlichkeit. Aber nie schob ich Einsatz und Verantwortung achtlos beiseite, denn Lohn war mir mein sattes Leben. Und nicht glücklich, aber zufrieden dämmerte ich die Jahre dahin und mit jedem Kalender, der welk vom Tisch fiel, meinte ich, das Leben besser zu kennen und sank die Furcht vor dem Ungewissen und Überraschendem.

Die Arbeit im Verlag in I. gestaltete sich von Anfang an interessant und da ich von allen Seiten freundlich und zuvorkommend empfangen wurde, war mein Unbehagen schon in den ersten Tagen verschwunden und voller Eifer fraß ich mich freudig in meine Aufgabe. Ich erfuhr von jedem Angestellten Unterstützung, vom Geschäftsführer beginnend bis hin zum kleinen Postjungen, der oft geduldig eine Stunde länger blieb, nur um auf einen wichtigen Brief von mir zu warten. Nie wurde ich mich einem bösen Wort bedacht oder beiseite geschoben, sondern hatte stets das Gefühl, als sei ich ein willkommener Gast. Ich hatte es mir zu Angewohnheit gemacht, in meinen Mittagspausen ein kleines Café in der Straße aufzusuchen. Es lag unweit des Verlages, kaum fünf Minuten zu Fuß. Es war eine helles, gemütliches Café, in dem, auf einen großen Vorraum und ein kleines Hinterzimmer aufgeteilt, etwa zehn Tische standen. An den Wänden hingen farbenfrohe Aquarelle, in denen verschiedene Künstler die Schönheit der Gegend eingefangen hatten und aus einem Lautsprecher, der verborgen in einer Ecke stand, erklang leise beruhigende Musik. Die junge Kellnerin, die dort um die Mittagszeit immer ihren Dienst versah, hieß Fräulein Barbara und wie zu meinen neuen Kollegen hatte sich auch sehr bald zwischen uns eine Beziehung entwickelt, in der vom ersten Moment an etwas seltsam Vertrautes lag und die gegen Ende des Sommers hin zur tiefen Freundschaft gereift war. Sie mochte um die dreißig Jahre alt sein, trug langes, rotes Haar und stets ein Lächeln auf ihren kleinen Lippen. Selten in meinem Leben habe ich solch eine traumhafte Frau gesehen und trotz des hervorragenden Essens kamen nicht wenige Gäste alleine wegen ihrer Schönheit, um sie inmitten von Freunden mit einem verstohlenen Blick zu bedenken oder ein Lächeln von ihr zu erhoffen. Der Anblick solch einer Schönheit vermag ebenfalls sehr sättigend zu sein und so mancher Gast ging berauscht davon freudig in den Nachmittag, von dieser Schönheit in leeren Minuten heimlich naschend.

Hier in diesem Café begann auch jene Begebenheit, die mich an manch stillen Abenden schweren Gedanken nachhängen läßt und mir Arrogantem gezeigt hat, daß auch ich bis zu meinem letzten Atemzug eine längst vergessen geglaubte Fassungslosigkeit in mir trage. Jeder Mensch für sich ist ein tiefdunkles, weitverzweigtes Geheimnis, ein Labyrinth, in das er noch ungeboren fällt und dessen Enden er niemals erforschen wird, zu kurz ist das Leben und zu beweglich die Wege. Mit jedem Atemzug ändern sie sich, werden verschüttet und zugleich freigelegt. Tiefer Schmerz vollbringt dies ebenso wie ein einfach empfangenes Lächeln. Gleich einer wildgewordenen Schlange züngeln die Wege, lebendig und heiß, überschaubar und vorbestimmt, und führen doch im nächsten Moment schon in eine andere Richtung. Es ist unser Wesen, welches diese Wege bestimmt, es ist unser Wesen, das mit Angst und Trauer ringt, sich in Freude und Lust wiegt, es ist unser Wesen, das tiefbedrückt darniederliegt und himmelhoch jauchzt, mißt und wägt. Und so werden neue Abgründe aufgetan, Abgründe, die dunkler und tiefer niemals waren. Und ebenso werden sie mit Freude gefüllt, vertreibt ein heller Glanz die einst darin so furchterregend herrschende Dunkelheit. Doch zumeist ist es ein Gleichgewicht, welches das Wesen nicht zerbrechen läßt, gibt es dunkle und helle Abgründe in gleichem Maß, auch wenn man den dunklen schicksalshafte Bedeutung beimißt und auf die hellen allzuleicht vergißt. Ich weiß von keinem Menschen, dessen Schale dunkler Seiten auf der Waage des Lebens weit über jener der hellen schwebt. Selbst von weniger kritischen Menschen vermag ich dies nicht zu glauben. Mag diese Leichtigkeit in Kinderjahren noch vorhanden sein, so wird man sich ihrer später stets mit Wehmut erinnern und diesen warmen und heiteren Tagen nachtrauern, in demselben Maße, wie man damals versuchte, dieser Zeit zu entwachsen und sich seiner eigenen Füße zu besinnen. Aber viele Menschen, auf deren Wesen unzählige dunkle Schatten schwer drücken und die stumm für sich auf dieser Welt torkeln. Und in manchen Gesichtern dieser Menschen kann man davon lesen, denn keine Mühe dies zu verbergen geben sie sich, zu schwach oder gleichgültig sind sie in ihrem Unbehagen, ihrer Unzufriedenheit, ihrer Trauer. Und allmählich beginnen sie, auf ihre Umwelt zu vergessen und in ihren Abgründen zu versinken. Unnahbar wirken sie, vergraben und fremd, und man fühlt ein dunkles Geheimnis, das sie umgibt. Doch wenn die Neugier die Angst besiegt, besieht man sich diese Menschen verstohlen näher und für einen Augenblick vergißt man auf seine eigenen Kämpfe, denn langweilig und alltäglich erscheinen sie. Solch einen Menschen traf ich eines Tages in dem Café.

Ich war etwa drei Wochen in I., hatte mich sehr gut eingelebt und sah auf mich nicht ohne Stolz herab, denn es erschien mir (warum auch immer), als hätten diese Tage voller Frieden mein Wesen unendlich ruhiger werden lassen und wäre meine Weisheit ein großes Stück gewachsen. Ich saß zu Mittag an einem kleinen Tisch gleich neben der Tür und blätterte in einer Tageszeitung. Das Café war bis auf den letzten Tisch gefüllt und Fräulein Barbara hetzte von Gast zu Gast, nahm Bestellungen auf und brachte Speisen und Getränke. Die meisten der Gäste kannte ich vom Sehen und manch einer nickte mir beim Betreten freundlich zu. An diesem Nachmittag erschien ein Mann, den ich niemals zuvor gesehen hatte. Er trat in das Café und nach einem freien Platz Ausschau haltend blickte er beinahe sorgenvoll um sich. Schon wollte er sich umdrehen und das Café verlassen, da sprach ihn Fräulein Barbara an und deutete in meine Richtung. Der Mann warf mir einen abwägenden Blick zu, dann nickte er und folgte ihr an meinen Tisch. ”Entschuldigen Sie, aber könnte sich dieser Herr an Ihren Tisch setzen” wandte sie sich mit einem Lächeln an mich. In freundlichem Tone antwortete ich ”Aber gerne”, dann widmete ich mich wieder meiner Zeitung. Beinahe flüsternd sprach der Mann ein Dankeswort, nahm Platz und bestellte eine Tasse Tee. Er mochte etwa in meinem Alter sein, trug unter seinem langen, hellbraunen Mantel einen feinen Anzug und wirkte auch im Gesicht und an den Händen sehr gepflegt und ordentlich. Ich weiß nicht, wie lange ich in meiner Zeitung gelesen habe, mochte es eine Minute oder deren zehn gewesen sein, jedenfalls war es mir nach einer Zeit, als wäre über den Rand meiner Zeitung etwas Unruhiges, Rastloses zu mir gekrochen gekommen. Ich spürte, daß die ruhige, entspannte Atmosphäre des Lokals eine merkwürdige Unterbrechung erfahren hatte und meine Vermutung über deren Ursprung ließ mich seufzend meine Zeitung ein wenig zur Seite schieben und einen Blick auf den Mann werfen. Stumm saß er da und sah aus dem Fenster auf die Straße. Aber er schien bedrückten Gedanken nachzuhängen und leer glitten seine Augen in eine geheimnisvolle Welt. Seine Hinfortschweifen ließ mich in Sicherheit wiegen und aufmerksam betrachtete ich sein Gesicht. Es war eine schmales, blasses, bartloses Gesicht, in dem hart hohe Wangenknochen die glatte Haut spannten und erlittenen Kummer und tiefschneidende Sorge verrieten. Seine Stirn war von tiefen Furchen durchzogen, seinen hageren Lippen schien alles Volle verloren und beinahe leblos und durchsichtig wirkten sie. Sein kurzes Haar, am Morgen wohl ordentlich zum Scheitel gekämmt, war ein wenig durcheinandergeraten und ließ auf einen bewegten Vormittag schließen. Der Mann machte einen schwächlichen Eindruck, als hätte er an einer Krankheit, an einem Unwohlsein schwer zu leiden oder wäre gar auf der Flucht. Von einer Unruhe erfüllt spielten seine Finger unaufhörlich mit einem Bierdeckel, drehten und wendeten ihn, ließen ihn fallen und hoben ihn auf. Er atmete schwer und tief und ab und zu verzog er für einen Augenblick seine Mundwinkel zu einem Lächeln, in dem ich ein Zeichen einer geheimnisvollen Resignation widergespiegelt zu sehen glaubte. Die Anspannung, die in ihm herrschte und beinahe giftig an mich drang, verleidete mir das Lesen und achtlos legte ich die Zeitung beiseite. Da ich schon gegessen hatte, beschloß ich, zu bezahlen und den Rest meiner Pause mit einem kleinen Spaziergang ausklingen zu lassen. Ich wollte schon nach Fräulein Barbara winken, als er plötzlich murmelnde Laute von sich gab. Jedoch konnte ich nur verstehen wie er mehrmals ”Nicht mehr” wiederholte. Dann schüttelte er heftig den Kopf und stieß ein kurzes gequältes Lachen aus. Ich fühlte ein dumpfes Unbehagen in mir aufsteigen und wollte nur noch weg von diesem Mann, denn schon erkannte ich, wie die Harmonie dieses Tages ihre ersten Risse bekam. Ich war verwundert darüber, denn selten konnte mir ein übelgelaunter Mensch den Tag oder die Stunde verderben. Aber bei diesem Mann war es anders. Ich konnte nicht sagen, daß er schlechtgelaunt war, wußte nicht, ob er krank war oder einfach nur mit einem Problem rang, daß vielleicht seine Familie oder die Arbeit betraf. Es war irgendwie alles und doch nichts von alledem. Nein, das Unbekannte war es, daß mich mit Furcht erfüllte und vorsichtig werden ließ. Und doch stieg auch meine Neugier und ich überlegte, ein zwangloses Gespräch zu beginnen und auf den Spaziergang zu verzichten. Den Vormittag war ich in eintönige Arbeit versunken und auch der Nachmittag würde nicht spannender werden. Dieser Mann erschien mir als das einzig Interessante des Tages und hatte ich mich noch kurz zuvor in einem Ringen befunden, Gespräch oder Spaziergang, so war nun klar, daß ich diesen Mann kennenlernen wollte. Und als ich diesen Entschluß gefaßt hatte, spürte ich, daß allmählich meine Ruhe wiederkehrte und dieser Mann nun anders an mich drang. Nicht mehr der unangenehme Tischnachbar war er, sondern den Becher meiner Neugierde füllte er und voller Vorfreude griff ich danach.

(C) 2005 Oliver Forrest - Alle Rechte vorbehalten

weiterlesen Erzählung ANNA Kapitel 2


(C 2005 - OLIVER FORREST) - Weiterverbreitung nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken